Die Monate des Wartens

Die Monate des Wartens

Ein kleines Kind legt jeden Abend sein Ohr an den Babybauch und stellt sich all die Dinge vor, die es dem Baby beibringen wird, das noch nicht da ist.

Nimmt die Angst vor einem neuen Geschwisterchen

5 Min. Lesezeit · 2-4

Diese Geschichte anhören

Die Geschichte

Jeden Abend, wenn die Sterne zu funkeln begannen, kuschelte sich ein kleines Kind eng an Mama. In ihrem runden Bauch wuchs ein winziges Geheimnis heran.

Das Kind drückte eine warme Wange an den weichen Bauch und lauschte aufmerksam den winzigen, sanften Stößen im Inneren.

„Ich werde ein großes Geschwisterkind“, flüsterte das Kind in den stillen Raum und schloss die Augen, um von der Zukunft zu träumen.

Sie stellten sich vor, dem Baby beizubringen, wie man Holzklötze hoch stapelt und wie man das weichste grüne Moos im Garten findet.

Tagsüber übte das Kind das Gelernte und zeigte seinem Teddybären, wie man Spielzeug teilt und Händchen hält.

Während die Wochen nur so dahinkrochen, wurde Mamas Bauch immer runder. Das Kind markierte jeden vergehenden Tag auf einem bunten Kalender.

Manchmal fühlte sich das Warten sehr lang an. Das Kind blickte auf die fallenden Blätter und fragte sich, wann sein neuer Freund eintreffen würde.

Sie halfen dabei, das Kinderzimmer herzurichten, und legten eine weiche Strickdecke in das winzige Gitterbett am Fenster.

In einer stillen Nacht stieß ein plötzliches, kräftiges Zappeln gegen das Ohr des Kindes. Es fühlte sich an wie ein winziges, geheimes Hallo von innen.

„Mach dir keine Sorgen“, flüsterte das Kind der warmen Wölbung zu. „Ich werde dir beibringen, wie man Schmetterlinge jagt und im Regen sicher bleibt.“

Das lange Warten hatte fast ein Ende. In jener Nacht schlief das große Geschwisterkind ein und träumte von den wunderbaren Abenteuern, die vor ihm lagen.

Endlich hatte das Warten ein Ende. Während es dem winzigen Baby einen bunten Bauklotz hinhielt, flüsterte das stolze große Geschwisterkind: „Hier fangen wir an.“

FamilieMehr aus dieser Serie

Familie

Die Monate des Wartens